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| ZDH: Bundeshilfe für Handelskonzern wäre ein Skandal
Mittelständischen Unternehmen hilft in der Krise niemand, bei Karstadt-Quelle kündigt die Bundesregierung Hilfe "mit allen Instrumenten" an. ZDH-Präsident Dieter Philipp brandmarkt dies in einem Beitrag für die "Berliner Zeitung" (Ausgabe vom 1. Oktober) als "skandalös". Bei einem Großunternehmen wollen sich Politiker als "Retter" feiern lassen - aber was ist mit den um die Existenz ringenden mittelständischen Betrieben, fragt der ZDH-Präsident. "Das Handwerk nimmt mit Empörung zur Kenntnis, welchen Stellenwert die Bundesregierung der angeschlagenen Aktiengesellschaft Karstadt-Quelle gibt. Die Regierung stehe "mit allen Instrumenten, die wir haben, zur Verfügung", wird der Bundeswirtschaftsminister zitiert. Was aber ist mit den um ihre Existenz ringenden mehr als 3 Millionen mittelständischen Unternehmen in diesem Lande, mit dem dahinsiechenden Binnenmarkt, den wachsenden Insolvenzen und Betriebsschließungen und dem Verlust von Arbeitsplätzen in Millionenhöhe? Diesen Betrieben hilft im Einzelfall keiner! Es ist skandalös, wenn jetzt einem Großkonzern mit den vom Mittelstand und seinen Mitarbeitern aufgebrachten Steuer- und Beitragsmitteln geholfen werden soll, seine Probleme zu lösen. Diese Einmischung der Politik, wenn es wieder einmal um die Folgen der verfehlten Geschäftspolitik eines Großunternehmens geht, ist nicht hinzunehmen. Hier wollen sich Landes- und Bundespolitiker als "Retter in der Not" feiern lassen - auf Kosten von vielen Millionen Steuer- und Beitragszahlern, die sich ohne staatliche Hilfen durch die schlimmste Rezession durchkämpfen müssen, die die Bundesrepublik nach dem Krieg erlebt hat. Seit fünf Jahren sinken die Umsätze des am heimischen Binnenmarkt
tätigen Mittelstandes, bei Handwerk und Handel beispielsweise. In
diesen fünf Jahren hat das Handwerk allein über 1 Million Mitarbeiter
verloren. Zum Jahresende 2004 wird die Beschäftigtenzahl erstmals
unter 5 Millionen liegen, vor fünf Jahren waren es noch 6,04 Millionen.
Handwerk und Mittelstand fordern seit Jahren bessere politische Rahmenbedingungen,
um endlich aus dieser Abwärtsspirale herauszukommen. Denn nur dann
würden sich die Bedingungen für einen höheren Konsum verbessern
- was selbst einem durch verfehlte Geschäftspolitik in die Krise geratenen
Kaufhauskonzern helfen würde."
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