| Sonnenanbeter an der Ruhr 20
Flachkollektoren und zwei Gas-Brennwertthermen von Junkers erzeugen
Wärme und Warmwasser für Mülheimer Mehrfamilienhaus mit Schwimmbad Alt
raus – neu rein: Mit dem Austausch eines 35 Jahre alten Ölkessels gegen
eine Gas-Brennwert-Kaskade und eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung
und Heizungsunterstützung senkten die Besitzer eines großen
Mehrfamilienhauses in Mülheim an der Ruhr ihre Heizkosten deutlich. 1
650 Quadratmeter Fläche umfasst das Wohngebäude direkt an der Ruhr. In
ihm befinden sich zwölf Wohneinheiten, je 80 bis 160 Quadratmeter groß.
Das Wohnhaus im noblen Mülheimer Stadtteil Menden wurde 1971 erbaut.
Aus demselben Jahr stammt auch der Ölkessel, der aus einem 33
000-Liter-Tank im Nebenraum mit Brennstoff versorgt wurde. Der Kessel
erreichte im Jahr 2006 noch die gesetzlichen Abgaswerte, arbeitete aber
keinesfalls wirtschaftlich. Die ortsansässige Heizungsfachfirma Künzel
GmbH empfahl den Besitzern den Umstieg auf eine effiziente
Gas-Brennwert-Solar-Lösung. Die Radiatoren in den Wohnungen können
dabei weiter für die Wärmeverteilung genutzt werden. Schwimmbad ist größter Wärmeabnehmer Hauptabnehmer
für Wärme und Warmwasser ist das Schwimmbad im Untergeschoss mit 48
Kubikmeter Volumen. Das Wasser ist 28 Grad Celsius warm, die Luft 30
Grad. Um die Temperaturen konstant zu halten, muss täglich mit einer
Leistung von etwa 40 Kilowatt nachgeheizt werden. Diese Energie kommt
nun zum größten Teil von der Sonne. Die Firma Künzel installierte 20
Junkers-Kollektoren der Top-Linie auf dem Flachdach des Gebäudes. Die
Stabilität ist dabei gegeben: Die Anlage überstand den Sturm Kyrill im
Januar 2007 unbeschadet. Von Vorteil war dabei, dass der Rahmen der
Junkers-Kollektoren aus Fiberglas gefertigt ist. Dieser im Vergleich zu
Aluminium 30 Prozent leichtere Werkstoff macht das Rahmenprofil nicht
nur extrem verwindungssteif, sondern auch korrosions- und
witterungsbeständig. Brennwert-Kaskade mit passender Leistung Wenn
an kalten und trüben Tagen der Solarertrag nicht ausreicht, bekommt die
Solaranlage Unterstützung von zwei Gas-Brennwertthermen Cerapur Maxx
mit nur 94 x 50 x 45 Zentimetern (H x B x T) Größe an der Wand. Beide
Geräte haben eine Nennwärmeleistung von 90 Kilowatt. Weil der Brenner
zwischen 20 und 100 Prozent moduliert, kann jedes Gerät seine Leistung
dem Wärme- und Warmwasserbedarf anpassen. Die Thermen sind in Kaskade
geschaltet. Dadurch verfügt die Anlage über einen großen
Modulationsbereich von 14,1 bis 180 Kilowatt. Hier spielt die Kaskade –
im Vergleich mit einem einzelnen leistungsstärkeren Gerät – ihre
Stärken aus: Sie federt starke Schwankungen zwischen Grund- und
Spitzenlasten in Wohngebäuden ab, ohne dass die Bewohner morgens im
Hochbetrieb kalt duschen müssen. Wie
wirtschaftlich die einzelnen Thermen arbeiten, zeigt der
Normnutzungsgrad von bis zu 109 Prozent. Die Abgase der beiden Thermen
führt ein Abgassammler dem Schornstein zu. Damit die vorhandenen
Schächte aufgrund der feuchten Abgase, die bei der niedrigen
Verbrennungstemperatur der Brennwerttechnik entstehen, nicht versotten,
installierten Mitarbeiter der Künzel GmbH ein kondensatunempfindliches
Edelstahlrohr: eine günstige Lösung im Vergleich zu einer
Schornsteinsanierung. Satte Ersparnis durch Umstieg Die
Brennwert-Solar-Kombination ist für das Wohngebäude in Mülheim die
optimale Lösung: Die Solaranlage deckt größtenteils den Energiebedarf
für das Schwimmbad. Betrachtet man den Wärmebedarf des gesamten
Gebäudes, spart die Brennwert-Solar-Anlage im Vergleich zum alten
Ölkessel über das Jahr gerechnet mindestens 17 Prozent an Energie. Für
die Besitzer des Mülheimer Mehrfamilienhauses wird sich die Solaranlage
in spätestens zwölf Jahren amortisieren. Das ergab die
Wirtschaftlichkeitsberechnung nach der Kapitalwertmethode in Anlehnung
an die Richtlinie VDI 2067. Dabei sind auch die Fördergelder
berücksichtigt: Rund ein Viertel der Investitionskosten für die
Solaranlage spendierte der Staat. Bei neuen Anlagen fällt der Zuschuss
sogar noch höher aus. Denn seit 2007 ist der Staat bei der Förderung
solarer Großanlagen noch großzügiger: Für Anlagen ab 40 Quadratmetern
Kollektorfläche zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung gibt
es ein zinsverbilligtes Darlehen aus dem KfW-Programm „Erneuerbare
Energien“ mit einem Tilgungszuschuss von 30 Prozent der
Investitionskosten.
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